Freitag, Juli 28, 2006
posted by ChliiTierChnübler at 00:57

Begonnen haben die letzten 24 Stunden mit einem "Leb wohl". Sozusagen ein Ende bevor es überhaupt richtig angefangen hat. Und nach jeder "Trennung" verändere ich mich auch. Normalerweise mache ich einen Termin bei meiner Coiffeuse, nur habe ich mir die Haare gerade kurz geschnitten und eine Glatze steht mir wohl nicht besonders. Oft habe ich auch einfach die Wohnung umgestellt oder neu eingerichtet. Geht auch nicht, weil so wie's gerade ist gefällt's mir sehr gut. Eine neue Sportart bringt's auch nicht, weil ich noch einen anderen Kurs zu Ende bringen solllte. Also bleibt wohl alles beim Alten. Ich beschliesse ein Nachtjogging zu wagen, doch was Neues. An der Gabelung vorne, merke ich, dass ich nicht alleine bin, eine andere Frau ist auch mit ihrem Hund unterwegs. Sie steht da und und chnüblet an ihren Turnschuhen rum. "Chömet dir oder göht dir?" frage ich sie, in Richtung des Joggingwegs zeigend. "Mir chöme, wei mer zäme go?" sagt sie mir. Ihr Hund knurrt meine Kleine an. "Ui, die zwöi, das goht gar nid. De müesse mir üs glich trenne!" sagt sie und ich erwidere: "Ja wele Wäg nämet dir de, föht dir links oder rechts a?" "Ig starte gäng links, de hani zersch dr Ufstieg und am Endi goht's de abwärts." Ich schmunzle weil es auch auf dem rechten Weg Höhen und Tiefen zu überwinden gilt und es am Schluss abwärts geht, wobei ja das nicht unbedingt leichter geht zum laufen.

Wieder zu Hause und unter der Dusche vom Schweiss der Anstrengung befreit, höre ich schon die Haustüre und ein "Adiö" und mir fällt ein, dass mein Vater ja heute ein Golfturnier spielen wird, mit neuem, verbessertem Handicap wird es nicht mehr so leicht sein einen guten Platz zu erspielen. Kurz darauf kommt auch noch der Postmann, ich öffne ihm erst beim 2. Klingeln und nehme einen eingeschriebenen Brief, diverse andere Post und die Neue Zürcher Zeitung in Empfang. Perfektes Timing, wollte ich doch gerade eine neue Müeslimischung testen, und da liest sich die Morgenzeitung natürlich doppel gut.
Das Schwesterlein trottet verschlafen an mir vorbei und steckt die Nase in mein Müesli. "Neu?" fragt sie und zeigt auf das Müesli. Ich nicke und schaue ihren Bikini an: "Neu?" "Uralt" schmunzelt sie.
Nach einem langem Morgen, an dem ich meine neusten Wunden lecken musste, erwartet mich das alte Einerlei meines Studentenjobs bei Swatch. So viele neue Aushilfen wie in diesem Jahr hatten wir noch nie. Viele, die länger da arbeiteten haben sich verabschiedet in den letzten Wochen und somit sind die wenigsten altbekannte Gesichter für mich. "Willkommen, auch schon da?" Jaja ich weiss, es ist nicht Neues, dass ich die vorgeschriebene Anwesenheitspflicht 5 Minuten vor Arbeitsbeginn jeweils grosszügig auf 1 Minute zurückkürze. "Heute mit Rock statt Hose, mal was ganz Neues, du bist gemein, wie soll man(n) sich denn da konzentrieren können?" "Mir war einfach danach..." sage ich mit einem Grinser.
Ich bekomme es den ganzen Nachmittag mit neuen Stücken zu tun, die ich nie vorher gesehen habe und mich viel Mühe, Konzentration und vor allem Zeit kosten. Zeit, in der ich die Fehler der vorangegangenen Schicht zuerst mal hätte korrigieren sollen. Neues Personal, die gleichen alten Fehler, die immer passieren. Irgendwo ist hier einfach der Wurm drinn und das ist nichts Neues. Zu Ende meiner Schicht muss ich mich dann noch von einem guten Freund verabschieden, der seinen letzten Arbeitstag in dieser Firma hat. Zum Glück kein "Leb wohl".

Wieder zu Hause lausche ich gespannt den Ferienerlebnissen meiner Mutter. Sie war das erste mal in der Alphütte meines Onkels. Die haben da oben fast alles neu renoviert, aber das alte Plumpsklo mit Fernsicht steht immer noch.
"Hallo zäme..." Mein Bruder steht vor uns und wir sind beide erstaunt und fragen: "Jitz hei mir dänkt du chunnsch ersch am Samschtig hei vo de Ferie. Dämfau Welcome back!" Weitere Erlebnisse und News werden ausgetauscht bis ich eine Idee für meinen nächsten Post bekomme, nun sitze ich hier und schreibe den längsten Text in meiner Bloggeschichte, und dann erst noch in der Gegenwartsform, ein Novum.
In den letzten 24 Stunden habe ich mich von neuem und altem verabschiedet, neues und altes erlebt. Leute sind gekommen und andere sind gegangen. Und der Chnübli verabschiedet sich nun auch. Guet Nacht!
 
8 Comments:


At 7/28/2006 04:47:00 nachm., Blogger ChliiTierChnübler

Sorry Anonymous, ich hab versehentlich Deinen Comment gelöscht, wollte ihn eigentlich nur lesen und hab dann falsch geklickt, schreibst Du ihn bitte nochmals? bitte bitte, Grüessli, Simi.

 

At 7/28/2006 04:51:00 nachm., Anonymous Anonym

*smile* no problem

Ich wollte dir nur ein Kompliment machen. Dein Blog ist wie eine Tageszeitung für mich.
Gruss nach Solothurn von Beni

 

At 7/28/2006 08:00:00 nachm., Anonymous Anonym

Hi

Coiffeur isch immer guät. Also bi mir gseht mä ja nöd so ä Veränderig nachane aber glych duäts guät. Muäsch denn eifach es Photo poste gell?!

griessli

 

At 7/28/2006 08:14:00 nachm., Blogger ChliiTierChnübler

Gute Idee Anonymous II, ich habe gerade eine gute Postidee von Dir bekommen, sobald ich einen Scanner habe werde ich ein paar alte Fotos von mir hochladen, damit Du meine Haarveränderungen bewundern kannst :-D

 

At 7/28/2006 10:00:00 nachm., Blogger dolbi75

hey chnüübler...sich von altem verabschieden, lebe wohl und adihöööö sagen..winken....all das kann vorkommen...was mir wirklich die tränen in meine augen drückte war die tatsache, dass ich schon wieder plätze auf deiner linkliste verloren habe.. :-)

"we don't forget our hero dolbi:-)"

 

At 7/28/2006 10:12:00 nachm., Blogger ChliiTierChnübler

Besser so, habe Dich ehrenhalber dem Alphabet entsprechend befördert.
Welcome bäck! Da ich zu meiner und der Männer Schutz zuhause hocke, werde ich jetzt Deine neuen Beiträge lesen gehen...

 

At 7/28/2006 10:24:00 nachm., Blogger dolbi75

irgendwie habe ich doch tatsächlich etwas verpasst in dieser kurzen zeit...erst noch warst du gerüchtehalber beinahe semivergeben (ich war schockiert:-)...dann hocheuphorisch sich mit einem unbekannten treffend...und jetzt dieser brutale rückzug aus den mit männerverseuchten stadt- und strassenteilen...hmmmm..da muss ich ja noch einige alte beiträge lesen wie mir scheint:-)...also bis bald (beitrag wurde zur schonung extra mit frauenstimme geschrieben)

 

At 7/30/2006 07:48:00 nachm., Anonymous Anonym

Bin wirklich ganz zufällig, schon fast unheimlich, auf deine seite bei google gestossen...habe die phonetische schrift für "köttbullar" gesucht, da mein schwedisch ja schon fast wieder verloren ist, und es hat mir nur eine einzige page angezeigt*g* neugierig wie ich bin, musste ich sie kurzerhand "durchlesen";). unheimlich deshalb, weil ich auch aus solothurn komme...wenn man bedenkt, irgendwie;) auf jeden fall, ein grosses kompliment, wirklich sehr sympathisch...und dein improvisationstänzer ist sehr amüsant, so einen möcht' ich auch habn*g*...und sorry für die rechtschreibung;)..adiö